LV Steiermark Judo News

ÖSTERR. MEISTERSCHAFTEN U20

Ort: Oberwart / Bgld.
Datum: Samstag, 06. Mai 2006

von Franz Bergmann; Fotos: Karl Radakovits und Manfred Hausberger

DANK AN LISA UND STEFFI - CHRISTOPH STIEGLER IM PECH!

152 Judoka aus allen österreichischen Bundesländern waren nach Oberwart gekommen und sahen eine von den "Poiger-Brüdern" Martin und Roland und ihrem Team bestens organisierte Österreichische Junioren-Meisterschaft. Ich kann mich nicht zurückerinnern, dass der ORF in den letzten Jahren bei einer U20 Meisterschaft filmte und danach einen ausführlichen Bericht (Burgenland heute) brachte. Auch terminlich lief alles bestens.

Aus der Steiermark kamen insgesamt 28 Judoka aus 12 verschiedenen Vereinen angereist. Für manche der anwesenden steirischen Klubs liegt Oberwart - geografisch gesehen - ja fast vor der Haustür!


Stefanie Hirschmugl - Lisa Schönstein

Bei den Frauen hatten wir in der Gewichtsklasse -48 kg mit Lisa Schönstein (Union Graz) die Favoritin am Start, aber auch Melanie Glitzner (PSV Leoben) ist immer für eine Medaille gut. Doch dieses mal war es eben nicht so. Melanie kam zwar ins Semifinale, verlor dort aber den entscheidenden Kampf um Bronze gegen die Vorarlbergerin Carla Hämmerle (Union LZ Vorarlberg). Die Vorarlbergerin verlor in der Hoffnungsrunde im Kampf um den Einzug ins Finale gegen unsere Lisa Schönstein mit 2 Waza-ari - jeweils Seoi-nage. Und damit sind wir schon im Finalkampf dieser Gewichtsklasse. Lisas Finalgegnerin war die Wienerin Valentina Schauer (Colop Samurai). Dieser Kampf war geprägt durch zahlreiche Seoi-nage-Angriffe der Grazerin, welche dann schlussendlich 35 Sekunden vor Kampfende zum vollen Erfolg - Ippon - führte.


Österr.Meisterin U20 - Lisa Schönstein
Lisa bewies zweifelsohne, dass sie unangefochten Österreichs Nummer eins in der Klasse bis 48kg ist, darüber waren sich auch viele "nichtsteirische" Trainer einig. Bravo Lisa und herzliche Gratulation zu diesem Supererfolg!

In der Klasse bis 52 kg schieden Bianca Masswohl (Union Spk. Leibnitz) und Romy Sweda (PSV Leoben) jeweils in der Hoffnungsrunde aus. In der Klasse bis 57kg hingegen hatten wir wieder Grund zur Freude, denn Bianca Fürstner (Raiffeisen Turnau/Gusswerk) und Stefanie Hirschmugl (Askö Graz) erreichten jeweils das Semifinale. Bianca schied dort leider gegen Julia Schiefermüller (UJZ Mühlviertel) durch einen Feger (Koka) und einen Sangaku-Festhalter (Yuko) aus, doch Stefanie Hirschmugl gelang die Bronzemedaille durch einen Sieg über Johanna Guggenberger (Colop Samurai). Auch dazu gratulieren wir der Stefanie ganz herzlich.

Für Barbara Tripolt (Creativ Graz, -63kg) gibt es leider über keine Erfolgsmeldung zu berichten, es war halt nicht gerade ihr Tag. Auch Marlies Schmid (Turnau/Gusswerk, -70kg) war nicht gerade vom Glück verfolgt. Im ersten Kampf gegen Bernadette Enstrasser (JC Wimpassing) lag sie vorerst durch zwei Konter mit Koka und Yuko im Nachteil und klopfte dann im Bodenkampf ab. In der Trostrunde schied sie leider bereits in der ersten Begegnung aus.

Damit sind wir schon bei den Männern - Klasse bis 55kg. Für Stefan Karner (PSV Leoben, -55kg) war leider nach der ersten Runde diese ÖM vorbei. Für Christian Tripolt (Creativ Graz) lief es hingegen wesentlich besser. Er scheiterte erst beim Kampf um den Einzug in das Finale gegen den Salzburger Judoka und späteren Meister Bernhard Pohn (Raika Flachgau). Im Kampf um die Bronzemedaille wurde er dann zwar von Christian Stadlbauer (Judoring Wien) mit Ippon für Seoi-nage besiegt, doch auf Grund seiner gezeigten Leistung hätte er sich an diesem Tag eine Medaille wirklich verdient - schade. Damit sind wir schon in der Klasse bis 60kg. Für Ali Akbulatow (Union Graz), Klaus Wolkan (Judoteam Zeltweg), Michi Radspieler (Askö Graz) und Michael Karner (PSV Leoben) kam das Aus leider vorzeitig. Michael Karner verlor in der ersten Runde gegen Christoph Stiegler (Creativ Graz) mit Ippon durch Festhalter. Danach sorgte Christoph Stiegler für eine kleine Sensation, indem er den Turnierfavoriten Markus Moser von WAT Stadlau mit einer Ashi-Technik ipponisierte. Dazu muss man wissen, dass Christoph die letzten beiden Kämpfe gegen den Wiener verlor. Nach diesem Sieg ging es im nächsten Kampf gegen Benjamin Dietmann (Judoschule Sakura Salzburg) bereits um den Einzug in das Finale. In diesem Kampf lag der Grazer durch Inaktivität des Salzburgers und einem Yuko durch einen Konterwurf bis 1:15 Minuten vor Kampfende in Führung. Er beherrschte den Kampf eindeutig. Wegen Inaktivität wurde der Salzburger das zweite mal angerollt. Eigentlich war das Ganze eine "sichere Sache" - war es auch - bis 25 Sekunden vor Kampfende. Ein schneller O-soto-gari - Angriff des Salzburgers führte zu Ippon für den Salzburger, doch danach blieb Christoph auf der Matte liegen und musste verarztet werden. Eine alte Leistenverletzung wurde wieder akut. Auf Grund dieser Verletzung konnte Christoph auch nicht um Bronze kämpfen und musste sich so mit dem bitteren 5. Platz zufrieden geben. Gott sei Dank war die Verletzung nicht so schwer, dass er im Spital bleiben musste, denn das hätte für ihn persönlich Folgen gehabt, da er am Montag darauf zur Matura antritt. Lieber Christoph - wir halten dir für die Matura fest die Daumen und gratulieren Dir zu Deiner starken - aber leider unbelohnten Leistung.

Haspl Hans Jürgen (Asvö RB Grafendorf) und Georg Archan (Union Kirchbach) eröffneten die Kämpfe in der Klasse bis 66kg. Georg verließ in dieser Begegnung die Matte als Sieger, verlor aber seinen nächsten Kampf. Dieselbe Folge hatte er in der Hoffnungsrunde. Er gewann seinen ersten Kampf und verlor den nächsten, was für ihn das Ausscheiden bedeutete. Doch mit seiner gezeigten Leistung kann er durchaus zufrieden sein. In dieser Klasse kämpfte auch noch Thomas Peinhopf (Askö Pöls), schaffte aber auch nicht den Sprung in die Spitzenplätze.

In der Klasse bis 73kg nahm sich Arbi Agujew (Asvö Hartberg) selbst aus dem Bewerb. Bei einer Sangaku-Technik zwickte er mit beiden Beinen nur den Kopf des Gegners ein (Beinschere), was zu Hansoku-make führte. Er machte dies sicher nicht absichtlich, doch das änderte nichts am Ausschluss aus dem Bewerb. Aber auch die starken Obersteirer Robert Windegger (Askö Pöls) und Bastian Baumann (PSV Leoben) erreichten nicht die Stockerlplätze. Für Robert kam das Aus sogar schon in Runde eins durch einen Armhebel von Anton Wicker (San Jin Do Bischofshofen). Bastian schafft es zwar bis in die Hoffnungsrunde, aber im Endeffekt reichte es nur zu Platz sieben. Wer den ehrgeizigen PSV-Judoka kennt, der weiss, dass er von sich selbst wohl mehr erwartet hatte.

In der Klasse bis 81 kg schaffte es Stefan Riegler (PSV Leoben) bis ins Semifinale. Sein Gegner im Kampf um Bronze war Andreas Drexler (Asvö Eisenstadt), der Lokalmatador. Da sich beide schon aus verschiedenen vorhergegangener Turniere genau kannten, herrschte bei diesem Kampf am Anfang etwas Vorsicht. Das brachte beiden - zu Recht - jeweils eine Strafe ein. Damit war es mit dem "Abtasten" vorbei und es ging zur Sache. Stefan bekam in Folge noch eine Strafe wegen Stemmens ausgesprochen und konnte diesen Nachteil bis Kampfende nicht mehr aufholen. Damit ist wieder ein Kämpfer unseres Bundeslandes im Semifinale gescheitert. Dieser Kampf wurde übrigens vom ORF Burgenland aufgezeichnet und am nächsten Tag in "Burgenland heute" gebracht. In dieser Klasse waren auch Patrick und Mario Schwarzbauer (beide Union Graz), Hansjörg Maier und Philipp Ackerl (beide Union Spk. Leibnitz) im Einsatz, leider erfolglos.

In der Klasse bis 90kg wurde Raphael Rogatsch (Union Spk. Leibnitz) in seinem ersten Kampf gegen den späteren Sieger Florian Roitner (Union Hartkirchen, OÖ) leider mit einem Konter (Ippon) besiegt. Er gewann seinen nächsten Kampf in der Hoffnungsrunde gegen Anton Piber (Ippon Wernberg) mit Ippon durch Tai-o-toshi, verlor aber danach und war damit ebenfalls unplatziert. Leider ebenfalls unplatziert endete diese ÖM auch für Florentin Krasniqi (Union Graz).

Es soll zwar keine Ausrede sein, aber wenn man von insgesamt fünf Semifinalkämpfen viermal als Verlierer von der Matte geht, dann darf man wohl auch ein bisschen von Pech sprechen. Das soll heißen, dass wir im Prinzip knapp an Medaillenplätzen vorbeigegangen sind. Diesen Umstand wollen wir ändern - wenn möglich im nächsten Jahr bei den nächsten Österreichischen U20 Meisterschaften!

Der Steirische Judoverband gratuliert Lisa Schönstein und Stefanie Hirschmugl herzlich zu ihren Medaillen und wünscht allen U20 Judoka viel Glück und Erfolg für die Zukunft !


Österreichische Meister U20 - 2006

Österreichische Meister - Frauen U20

  • Schönstein Lisa - Union Graz
  • Ferstl Viktoria - Raika Flachgau
  • Paul Julia - Sandok.Galaxy Tigers
  • Bauer Sabrina - JC Wimpassing
  • Lechenauer Hedwig - ASV Slzb.
  • Pichler Nadine - Raika Pinzgau
  • Pfeifer Julia - Budoclub Mauerbach

Österreichische Meister - Männer U20

  • Pohn Bernhard - Raika Flachgau
  • Ott Marcel - Sandok.Galaxy Tigers
  • Dobersberger Martin - Mühlviertel
  • Wartbichler Hannes - Flachgau
  • Fercher Albert - Mühlviertel
  • Schirnhofer Max - Raika Flachgau
  • Untermoser Dominik - Mühlviertel
  • Pirchner Martin - Raika Pinzgau