LV Steiermark Judo News

Landeskampfrichterkurs 2010 B/K/ST.

Ort: Oberwart, Landgasthaus Drobits
Datum: Freitag, 05. und Samstag, 06. Februar 2010

von Franz Bergmann; Fotos: Walter Wiedner

DIE NEUEN REGELN:
EINE EINDEUTIG "HEISSE GESCHICHTE!"

Der schon traditionelle Kampfrichterkurs der Bundesländer Kärnten, Burgenland und Steiermark fand heuer in Oberwart statt und wurde von den "Poiger - Brüdern" Roland und Martin - wie immer bestens organisiert. Dazu bedanken wir uns auf das Allerherzlichste!
Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung standen natürlich die neuen Kampfregeln. Obwohl in der GV hingewiesen wurde, dass dieses Thema für die Trainer von immenser Bedeutung ist und sie daher zu diesen Kurs kommen sollten, sind diese Apelle anscheinend ein wenig verhallt. Man darf gespannt sein wie unsere Trainer in Zukunft am Mattenrand das Kampfgeschehen argumentieren werden. Es ist nicht sehr schwer, diesbezüglich zu prophezeien, dass es hier mit Sicherheit zu einigen Diskussionen zwischen Trainern und Kampfrichtern kommen wird.

Bevor ich nun weiterschreibe will ich festhalten, dass die folgenden Gedanken meine persönlichen zu diesem Thema sind und man sie auch so lesen soll:

Ich denke, dass wir im Judosport teilweise sehr komplizierte Kampfregeln haben, die nur Fachkundige verstehen können und auch unter diesen kommt es nicht selten zu Diskussionen darüber. Wenn schon wir, die wir fast jede Woche an einem Turnier teilnehmen, uns nicht immer einig sind, wie soll dann "das Ganze" ein Außenstehender verstehen? Es gibt da so ein T- Shirt, auf dem geschrieben steht: "wenn Judo einfach wäre, dann würde es Fußball heißen." Ich mag dieses Zitat deshalb nicht, da es eine Sportart (Fußball) diskriminiert. Aber trotzdem erlaube ich mir zu sagen, dass diese "Botschaft" immer mehr stimmt.
Einer der Gründe, warum Fußball so viele Zuseher hat, und Judo nicht, ist eben darin zu sehen, dass die Fußballregeln sehr einfach und daher für "Jedermann und Jedefrau" zu verstehen ist - im Gegensatz zu unseren Sport. Man darf schon gespannt sein, wie die Reporter bei der nächsten Sommerolympiade in London unsere Sportart kommentieren werden - wahrscheinlich gar nicht oder nur ein wenig, da sie sich nicht auskennen werden! Mit Sicherheit werden viele Reporter sich davor drücken, unsere Sportart überhaupt zu kommentieren!

Die Kampfrichter werden in Zukunft jede Menge an Fingerspitzengefühl zeigen müssen. Im Idealfall sollten sie den Kampfstil jedes einzelnen Kämpfers kennen und sich in die "Gedankenwelt" jedes einzelnen Judoka hineindenken können. Dies ist natürlich eine "Mission impossiple"!

Ohne Video - Kamera wird es in Zukunft wirklich nicht möglich sein objektive Urteile auf der Matte zu fällen, das sagt wohl alles aus! Anlässlich dieses Kampfrichterkurses wurden einige Videos über Kampfsituationen gezeigt und danach gefragt, welche Wertungen man in jedem einzelnen Fall geben soll. Es kam dabei nicht selten zu widersprüchlichen Meinungen der Kursteilnehmer(innen).

Trotzdem muss man sagen, dass das "alte Judo" mit den unästhetischen Fußgreifern für "das Auge" alles andere als schön war und daher unbedingt abzustellen war, was durch die neuen Kampfregeln ja auch getan wurde und damit ist der Sinn ja auch gegeben! Man darf gespannt auf die weiteren Regeländerungen warten, denn eines ist sicher: diese Regeln sind noch lange nicht "das Gelbe vom Ei!"

 

Der Steirische Judoverband bedankt sich nochmals beim burgenländischen Verband für die gute Organisation und wünscht allen Kampfrichtern für die Zukunft "ein gutes Auge" und viel Erfolg auf der Matte.

 


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