LV Steiermark Judo News

JUDO WELTMEISTERSCHAFTEN 2009

Ort: Rotterdam, Ahoj - Halle
Datum: Donnerstag, 27. August 2009

von Franz Bergmann

JUDO WM - TAG ZWEI:
DIE MEDAILLEN WAREN VON ÖSTERREICH LEIDER WEIT ENTFERNT!

Peter Scharinger kämpfte gleich zu Beginn in der Klasse bis 73kg. Sein Gegner war der Kanadier Nicholas Tritton. Scharinger kämpfte zu Kampfbeginn sehr vorsichtig und wurde zwei mal "angerollt." Das waren auch schon die kampfentscheidenden Szenen. Der Oberösterreicher setzte sich gegen Kampfende zwar gut in Szene und hatte dabei seinen Gegner nach 2 Uchi-mata Versuchchen bereits ausgehoben, doch leider konnte er den Wurf nicht erfolgreich vollenden.

Die Erwartungen von Sabrina Filzmoser (-57kg) waren sehr hoch gesteckt. Kein Wunder, denn sie hat das "Österreichische Judovolk" mit ihren Erfolgen in letzter Zeit sehr verwöhnt. Ihre erste Gegnerin Jennie Anderson aus Schweden war, zumindest von der "Papierform" her gesehen eine überwindbare Hürde. "Sabsi" war in diesem Kampf eindeutig die dominierende Kämpferin auf der Matte. Sie war des öfteren einer Wertung sehr nahe, aber im Endeffekt gewann sie diesen Kampf durch Strafen für die Schwedin.
Im folgenden Kampf gegen Kifayat Gasimova (AZE), einer Seoi-nage - Spezialistin, übernahm sie von Beginn an das Kommando. Man konnte verfolgen, wie die Aserbaidschanerin bewusst den Bodenkampf vermied. Sabrina führte bereits mit Waza-ari (Strafen) und einer Yuko Wertung (Konterwurf) und es schien, als ob der Sieg fix sei. Doch Sabrina griff trotzdem pausenlos an, und plötzlich kam alles anders. Sie griff über den Rücken der Gegnerin, ging dabei einen Schritt vor, und genau diese Situation nutzte Gasimova mit einen (man muss es zugeben) wunderschönen Sasae-tsuri-komi-ashi aus - es war ein Bilderbuch-Ippon. Damit musste sich Sabrina leider von dieser WM verabschieden.
Das Finale in dieser Gewichtsklasse gewann Morgane Ribout durch einen "Weltklasse - O-goshi " (Wurfübernahme) gegen die starke Portugiesin Telma Monteiro.
In dieser Gewichtsklasse gab es im Kampf um Bronze eine große Diskussion. Die Ungarin Hedvig Karakas griff gleich beim ersten Angriff ihrer Gegnerin an die Hose (verbotene Handlung), hob dann die Japanerin Kaori Matsumoto aus und warf sie Ippon. Nach den gültigen Regeln wäre diese Handlung eindeutig mit "Shido" gegen die Ungarin zu werten gewesen, doch die Kampfrichterentscheidung lautete: Ippon für die Ungarin!
Das anwesende japanische Fernsehteam hat diese Szene, wo die verbotene Handlung exakt erkennbar war, x-mal angesehen und den Fehler eindeutig hervorgestrichen.

In der Klasse bis 73kg Herren gab es ein "Korea - Finale" zwischen Choi Su Kim (Nordkorea) gegen Ki - Chun Wang aus Korea, wobei Ki-Chun Wang durch 2 Yuko (Strafen und einen Handwurf) die Goldmedaille erkämpfte.

Die Goldmedaille in der Klasse bis 52kg ging durch Misato Nakamura an Japan. Auch hier erbrachten Strafen die endgültige Entscheidung, doch zuvor gelang ihr durch einen sehr schönen O-Uchi eine Waza-ari - Wertung.

 


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