LV Steiermark Judo News

Trainingslager Japan !

Ort: Japan
Datum: Donnerstag, 13. August bis Freitag 4. September 2009

von Stefan Riegler

Trainingslager Japan 13.8. bis 4.9.2009

Am Donnerstag den 13.8. fanden sich die 10 steirischen Sportler am Flughafen in Wien Schwechat ein, um ihre weite Reise anzutreten. Das Team bestehend aus einem Großteil der Leibnitzer Ligamannschaft, nämlich Georgi Ossiaschwili, Manuel Hödl, Stephan Ribitsch, Thomas Ackerl, Philipp Ackerl, Philipp Popp und Martin Bertagnoli, wurde komplettiert durch Mario Kickmayer, Marc Grasmugg (Kirchbach) und Stefan Riegler (JuF Leoben).

Nach einer sehr anstrengenden Anreise mit über 14 Flugstunden von Schwechat über Heathrow nach Tokio landeten wir am Narita Airport und wurden dort von Toshihide "Toshi" Nakamura in Empfang genommen. Mit ihm ging es dann per U-Bahn und Zug nach Katsuura, wo uns ein zweiwöchiger Aufenthalt in der International Budo University kurz IBU erwartete. Erschöpft von der langen Reise, waren wir doch alle froh, als wir in unserer Unterkunft angekommen waren. Da war es auch jedem egal, dass wir ein wenig unluxuriös auf Reismatten am Boden nächtigten. Alle schliefen binnen kurzer Zeit tief und fest.

Am darauf folgenden Wochenende hatten wir noch trainingsfrei, um uns zu akklimatisieren und den Jetlag zu verarbeiten.
Am Samstag hatten wir lediglich eine lockere Laufeinheit und verbrachten ein wenig Zeit am Strand. Zuvor begrüßten wir das Oberhaupt der Uni Professor Kashiwasaki, früher ebenfalls ein Spitzenjudoka. Anschließend stand ein kurzer Besuch des Männer und des Frauentrainings am Programm, wo wir durch die gesamte Trainerriege, rund um Koshino, in Empfang genommen wurden.
Am Sonntag ging es dann das erste Mal für eine kurze von Toshi geleitete Einheit auf die Matte. Wir trainierten mit jungen Sportlern einer benachbarten Highschool. Am Nachmittag war wieder relaxen am Strand angesagt. Am Abend genossen wir ein Essen mit Professor Kashiwasaki.

Am Montag begann dann der ernste Teil. Jeden Tag bis zu 6 Stunden beinhartes Training bei über 30°C und sehr hoher Luftfeuchtigkeit machten jedem zu schaffen. Zusätzlich wurden in der ersten Woche die geplanten Ne-waza Einheiten am Nachmittag durch Tachi-waza Einheiten ersetzte. Immer wieder kamen auch Sportler von anderen Unis zum Kräftemessen vorbei, womit wir nicht mehr weit von 200 Aktiven auf der Matte entfernt waren. Also an zu wenig Trainings- und Wettkampfpartnern mangelte es uns sicher nicht.


Das Team mit Koshino

Zu den Mattentrainings kamen noch Laufeinheiten und einige Stunden in der Kraftkammer. So waren alle froh, dass wir Mittwoch einen freien Nachmittag hatten. Gott sei Dank konnten wir abends bei wirklich ausgezeichnetem Essen, perfekten Fisch und Reisgerichten, wieder genug Kraft für den nächsten Tag tanken. Die letzte Trainingseinheit der ersten Woche brachten wir am Samstag Vormittag hinter uns. Somit wartete ein kurzes, aber hoffentlich erholsames Wochenende auf uns. Natürlich genossen wir die Freizeit, die wir hatten, wieder am Strand. Am Abend zeigten uns dann einige japanische Studenten, die mit uns trainierten, etwas typisch Japanisches. Also machten wir uns nach dem Essen auf den Weg in eine Karaoke-Bar, wo wir unser nicht gerade herausragendes Gesangstalent unter Beweis stellten.

Die zweite Woche lief vom Training her ziemlich ähnlich ab, wie die vorige. Vormittags zweieinhalb bis drei Stunden Tachi-waza, fast ausschließlich Randori. Nachmittags dann eine Stunde Ne-waza, Laufen und dann Kraftkammer. Da dies die letzte Ferienwoche für die japanischen Studenten war, und einige fürs Reistragen eingeteilt wurden, erschien die Sporthalle zunehmend lichter. Leider mussten durch kleinere Verletzungen auch ein paar unserer Sportler einmal ein Training auslassen.

Die dritte Woche verbrachten wir dann im Kodokan, dem Ursprungspunkt des Judo. An diesem Ort in Tokio entwickelte Jigoro Kano das uns heute bekannte Judo. Den Kodokan stellten sich wohl alle Sportler etwas anders vor, da er heut zu Tage einem 9-stöckigen Hochhaus entspricht. Die Feldbetten in unserem Zimmer erinnerten diejenigen die beim Bundesheer waren, wohl eher an selbiges, als an die Geburtsstätte des Judo. Das Flair dieses Sports war dann aber beim Training zu spüren, wo alles sehr förmlich und höflich ablief. Nur weiße Judogi, keine T-shirts darunter, Kleidung richten nur im Sitzen und immer vor dem Bild des ehrenwerten Kano verneigen. Dies waren nur einige der vielen Regeln, die während des Trainings beachtet werden mussten.
Neben dem Judotraining konnten wir in Tokio natürlich noch viele andere Highlights genießen. Einmal besuchten wir ein Freefight-Training im Dojo des früheren Top-Judoka Michihiro Omigawa. Da der Freefight-Sport wesentlich lukrativer ist, als Judo, wechseln einige starke Judoka in dieses Lager. So genossen wir ein Training unter mehreren Judo Olympiasiegern aus früheren Tagen.
Auch für ein wenig japanische Kultur und Shopping fanden wir in Tokio natürlich Zeit. Der Spaßfaktor kam auch nicht zu kurz. Dabei waren die Höhepunkte wohl die Abendveranstaltungen wie die Achterbahnfahrt.

Und so kehrten wir nach 3 Wochen erschöpft, aber voller neuer Eindrücke und Erfahrungen von Japan wieder nach Österreich zurück.

Abschließend möchte ich mich noch bei allen Menschen bedanken, die dieses einzigartige Erlebnis ermöglicht haben. An erster Stelle dem Landesverband Steiermark, allen voran Präsident Manfred Hausberger. Weiters bei den Organisatoren, des ganzen Trainingslagers, Norbert Wiesner und Toshi Nakamura. Toshi gebührt des weiteren ein ganz besonderer Dank. Ohne ihn hätten wir niemals so viel erleben dürfen, hätten uns wenig bis gar nicht verständigen können und einfach nicht drei so tolle Wochen erleben können. Auch möchten wir uns recht herzlich bei der Budo Universität in Katsuura bedanken, die uns die Möglichkeit gegeben haben, an ihrem Training teilzunehmen.

Ein riesengroßes Dankeschön von allen Teilnehmern!

 


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