LV Steiermark Judo News

WORLD CUP WOMEN 2007

Ort: Wien, Budohalle
Datum: Samstag, 17. und Sonntag 18. Februar 2007

von Franz Bergmann; Fotos: Manfred Hausberger

ARANKA SCHAUER: MIT DER "SCHNELLIGKEIT EINER KÖNIGS - COBRA" ZU BRONZE !

Mit den beiden Union Graz Athletinnen Lisa Schönstein (-48kg) und Aranka Schauer (-63 kg) waren an diesen Tag zwei Steirerinnen auf der Matte.

Von allen sieben österreichischen Kämpferinnen dieses Tages hatte Lisa Schönstein ein Freilos in Runde eins - vielleicht ein gutes Omen. Gegen ihre erste Gegnerin braucht man aber auch jede Menge Glück, denn es war niemand geringerer als die regierende Weltmeisterin Yanet Bermoy aus Kuba. Die Kubanerin suchte die Entscheidung gleich von Beginn weg, und startete mit einem Ausheber, für den sie eine Yuko - Wertung zugesprochen bekam. Gegen Ende der ersten Minute gelang der Weltmeisterin dann auch noch ein O-Uchi, für den sie mit Koka belohnt wurde. Doch Lisa hielt tapfer entgegen, sodass der Kubanerin kein entscheidender Wurf gelang. Der Kampf ging über die gesamte Kampfzeit und endete erwartungsgemäß mit einem Sieg der Weltmeisterin. Mit der Leistung selbst konnte die Grazerin aber trotzdem sehr zufrieden sein.

Leider verlor Lisa in der 1. Hoffnungsrunde gegen Wasilisa Prill aus Deutschland durch Würgegriff eineinhalb Minuten vor Schluss mit Ippon und schied daher aus diesem Bewerb aus.

Aranka Schauer hatte es in der Klasse bis 63 kg nicht nur mit weltweit bekannten Spitzenkämpferinnen zu tun, sondern durch Hilde Drexler und Claudia Heill auch stärkste Konkurrenz aus dem heimischen Lager.
Gleich in Runde eins traf sie auf die Italienerin Roberta Piano. Aranka bestimmte das Kampftempo von Beginn an. Die ersten drei Minuten gehörten eindeutig ihr.

Dann passierte ihr durch eine "klitzekleine" Unachtsamkeit ein Fehler, und die Italienerin führte mit Koka durch Tani-O-Toshi. Die Italienerin wollte diesen Vorsprung taktisch über die Zeit bringen, was ihr aber - Gott sei Dank - nicht gelang, denn 51 Sekunden vor Kampfende glich Aranka mit einer Fußtechnik aus - Koka. Exakt 31 Sekunden vor Kampfende gelang ihr dann die verdiente Führung: Waza-ari für einen super O-Uchi-gari! Das war Sieg Nummer eins!

Danach versuchte die Russin Liubov Belskaia der Grazerin "die Suppe" zu versalzen. Dies schien ihr anfangs auch zu gelingen - Aranka lag zur Mitte der Kampfzeit mit einer Koka- und einer Yuko - Wertung (O-uchi) hinten. Doch dann explodierte die Union Graz Athletin förmlich. In der letzten Minute des Kampfes fuhr sie über ihre Gegnerin regelrecht darüber - und - 9 Sekunden vor Schluss legte sie ihr Meisterstück ab - Ippon für einen blitzartigen Seoi-Nage, das war Sieg Nummer zwei.

In Folge traf Aranka auf die starke Claudia Malzahn (GER), die in den Kämpfen zuvor mit einer Spitzenleistung auf sich aufmerksam machte. Dieser Kampf verlief ziemlich ausgeglichen, wobei die Deutsche die Entscheidung im Bodenkampf suchte. Das ging so weiter bis 31 Sekunden vor Kampfende. Dann gelang Aranka wieder eine blitzartige Kombination - Resultat: Koka durch Ko-uchi-barai. In der letzten Sekunde setzte die Grazerin durch einen Konterwurf (Yuko) noch "einen drauf!"

Damit stand im nächsten Kampf, um den es bereits um den Einzug in das Finale ging, in der vom heimischen Publikum heimlich erwarteten "Österreichbegegnung" Claudia Heill gegen Aranka Schauer nichts mehr im Wege. Die Wiener Olympia - Silbermedaillengewinnerin gegen die Steirische Newcomerin! Claudia hatte ihre Vorrundenkämpfe immer durch "Zittersiege" errungen und dabei jeweils taktische Meisterleistungen abgelegt, Aranka gewann ihre Kämpfe immer in den letzten Minuten mit tollem Einsatz. Wer wird hier wohl am Ende jubeln können?

In der ersten Minute dieses Kampfes schien alles ausgeglichen. Nach zwei Minuten führte Aranka sogar mit Koka und dann brachte sie einen ihrer blitzschnellen Seoi-Nage durch. Leider hatte sie den Wurf außerhalb der Matte angesetzt, daher wurde diese Aktion nicht gewertet. Eineinhalb Minuten vor Kampfende versuchte die Grazerin abermals mit Seoi-Nage durchzukommen. Anscheinend hatte Claudia Heill genau auf diesen Moment gewartet, denn die Olympiasilbermedaillengewinnerin blockierte den Angriff geschickt, ging dabei mit einem Würgeansatz zum Bodenagriff weiter und beendete dort die Aktion erfolgreich - Ippon. Damit war die symphatische Wienerin im Finale.

Für Aranka ging es immerhin noch um die Bronzemedaille und dabei wartete durch Hilde Drexler abermals eine Österreicherin auf die Union Graz Athletin. Doch in diesem Kampf war von Beginn an klar, wer hier als Siegerin von der Matte gehen soll. Bereits nach zweiundzwanzig Sekunden führte Aranka - abermals durch einen "Blitz - Seoi nage" mit Waza-ari. Danach folgte eine wunderschöne Kombination von Aranka, die sie mit einen O-Uchi erfolgreich (Yuko) abschloss. Hilde Drexler wehrte sich verzweifelt und machte - etwa eine Minute vor Kampfende - durch einen "Fußgreifer" mit Yuko etwas Boden gut. Doch den letzten Akzent in diesem Kampf setze abermals Aranka Schauer: 44 Sekunden vor Kampfende gelang ihr ein Uchi-Mata, klares Yuko. Damit erkämpfte sich Aranka verdient die Bronzemedaille. Ihre blitzartigen Seoi-Nage - Angriffe begeisterten das zahlreiche Publikum im Besonderen. Kein Wunder, denn sie sind einfach eine "Augenweide" für jeden Judo - Feinschmecker.

Im Finalkampf dieser Gewichtsklasse stand das Publikum selbstverständlich auf der Seite von Claudia Heill. Leider verlor sie diesen Kampf gegen die Kubanerin Yaritza Abel knapp mit Koka.

Allen drei Österreicherinnen in der Gewichtsklasse bis 63 kg - Hilde Drexler, Claudia Heill und Aranka Schauer ist ein großes Kompliment auszusprechen. Wir waren "very amused!" Daher gratulieren wir ihnen herzlich zu ihren ausgezeichneten Leistungen!

Viel Freude bereitete uns auch Sabrina Filzmoser! Unsere "Filzi" hat sich durch ihre konstant guten Leistungen zum Publikumsliebling gemacht. Ihr Einsatz ist einfach vorbildlich. Bei diesem Turnier fiel sie vor allem im Bodenkampf positiv auf - ihre "Schlangenfrau ähnlichen Festhalter" - im Besonderen die Vorarbeiten dazu - sind phantastisch.

Dies musste bereits im ersten Kampf ihre Gegnerin Olena Sakyo aus der Ukraine zur Kenntnis nehmen. Nach einem schönen Uchi-Mata besiegte Sabrina ihre Gegnerin nach bereits einer Minute durch Festhalter mit Ippon. Nach Siegen über Dora Hegedus (HUN) und Viola Wächter (GER) verlor sie zwar im Kampf um den Einzug in das Finale gegen die Japanerin Nae Ukeda mit Ippon durch O-soto-gari, doch im Kampf um Bronze gegen die Russin Arina Alexandrova gelang ihr nach einem Uchi-Mata Angriff abermals ein "Filzi - Festhalter," aus dem es einfach kein Entrinnen gab! Das Publikum tobte nach dieser Aktion und wir freuten uns mit unserer großartigen Sabrina Filzmoser mit - herzliche Gratulation!

Der Steirische Judoverband gratuliert allen Österreichischen Judoka zu ihren tollen Erfolgen!

 


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